Start Archiv Schuljahr 15/16 Klassik im Klassenzimmer

Knoblich
Rhüden. Musik nicht nur zum Hören, sondern quasi auch zum Anfassen, geht das überhaupt? Und ob. Bestes Beispiel dafür ist das Projekt „Klassik im Klassenzimmer“. Auch in diesem Jahr hatten sich Künstlerinnen und Künstler um das Internationale Musikfest Goslar – Harz in die Schulen aufgemacht, um die Kinder und Jugendlichen an die klassische Musik heranzuführen.
Mit dabei war auch die Grundschule Rhüden, die gleich an zwei Tagen Besuch hatte. Zunächst hatten sich Silvia Schmidt (Cello) und Irina Soroko (Violine) angekündigt. Sie stellten ihre ganz eigene musikalische Version der Geschichte von den Bremer Stadtmusikanten vor. Die Kinder hatten im wahrsten Sinne des Wortes schnell den Bogen raus und erkannten, dass sich der gemütliche Gang des Esels mit dem Cello oder das Miauen der Katze und das Kikeriki des Hahnes mit der Geige klanglich hervorragend nachbilden lassen. Weiter nahmen die beiden Musikerinnen samt der Bremer Stadtmusikanten ihre kleinen Gäste zu einem Thema aus Edvard Griegs „Peer-Gynt-Suite“ mit aufs hohe Meer zur Höhle des Trollkönigs, mit einem Strauss-Walzer an den Hof nach Wien oder mit Brahms’ Ungarischem Tanz aufs Land. Letzteren kannte eine Schülerin sogar schon „von den Sissi-Filmen der Mama“. Und Mitschülerin Laurina aus der Klasse 4b traute sich sogar, zusammen mit Irina Soroko einmal einen Walzer zu tanzen. Zum Abschluss konnten sich die Jungen und Mädchen mit den einzelnen Bestandteilen der Instrumente wie Saiten, Schnecke, Wirbel oder Schallloch vertraut machen und sie unter Anleitung einmal selbst ausprobieren oder die dicke Hornhautschicht auf den Fingern von Silvia Schmidt bestaunen. Außerdem wurde gemeinsam das Lied der Bremer Stadtmusikanten angestimmt.
Am folgenden Tag ging es weiter mit dem Besuch des „Duos Zenzerovic“. Dabei wurden die Kinder mitgenommen auf eine Reise durch die Stil-Epochen, angefangen von der Renaissance und dem Barock (Johann Sebastian Bach) über Klassik (Haydn), Romantik (Saint Saens) und Folklore (Piazzolla) bis hin zur zeitgenössischen und Film-Musik (König der Löwen, Fluch der Karibik). Auch hier kamen die kleinen Zuhörer von morgen mit den Musikern ins Gespräch und probierten gern einmal die Instrumente – in diesem Fall auch ein Akkordeon – selber aus.
Fazit: Auch diesmal war „Klassik im Klassenzimmer“ sowohl für die Musiker, als auch für die Schüler und Lehrkräfte ein besonderes Erlebnis. Und die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Internationalen Musikfestes Goslar-Harz, die das Projekt ideell und materiell trägt, hat sich wieder einmal als guter Botschafter für die Universalsprache Musik erwiesen.